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M-Funk! 20 Jahre Jacuzzi, 5 Jahre Stabil

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Rezension THE DUO, von Dr. Claus Regnault

Jazz als Zwiesprache

CD Tom Reinbrecht „THE DUO“

Unter den Instrumenten des Jazz sind Sopran- und Altsaxophon die Lyriker. Die „Alt- Vorderen“ (ein Wort, wie für den Jazz erfunden), die Altsaxophonisten Benny Carter und Johnny Hodges haben dies vorgemacht. Seither sind sie von zahlreichen Jazzern zu ihrer lyrisch bewegten persönlichen Stimme geworden, so – um nur einige Namen aus der Vielzahl zu erwähnen – von Paul Desmond, Charlie Mariano, David Sanborn. Tom Reinbrecht ist ein würdiger Nachfolger dieser illustren Reihe, und das mit seiner ganz eigenen Stimme. Das beginnt schon mit der Intonation: Als ich Reinbrecht anlässlich der Einweihung einer neuen Jazzbleibe in Grafing zum ersten Mal hörte, wurde ich schon mit dem ersten Ton gefangen genommen von der substantiellen Kraft, Wärme und dem zärtlichen Biss seiner Tongebung.

Reinbrecht zeigt sich in seiner jüngsten CD „THE DUO“ als begnadeter Improvisator, der in gelassener Manier, fast gesanghaft und nahe am jeweils gewählten Thema zu improvisieren versteht. In gelegentlichen Einwürfen lässt er seine Herkunft aus der aufgeregteren Tonsprache des Bebop erkennen. Aber bei ihm wird man nicht, wie bei so Vielen, an Vorbilder erinnert. 16 Titel hat seine CD, keiner ein Flop, aber mit mehreren Höhepunkten, darunter (für mich) die Nr. 1 „No(v)elle“, wohl eine Eigenkomposition, bezeichnend für seinen persönlichen Stil, und Nr. 14 „Lover Man“ (Ramirez, Davis), ein Jazz Evergreen, wohl initiiert durch die große Billie Holiday. Denn in letzterem Song zeigt Reinbrecht die ganze improvisatorische Kunst, die makellose Virtuosität, die Kraft des Ausdrucks, und die musikalische Phantasie, deren er fähig ist. Wie bei letzterem Titel durch das sensible Mitspiel des Bassisten Peter Cudek, so tragen die übrigen Duopartner, der beredte Chris Gall, Piano, Helmut Kagerer, Gitarre und der besonders hervorragende Portugiese Paulo Alves, Gitarre und Gesang sehr persönliche Noten in das Duogespräch, nicht zu vergessen den Percussionisten Stefan Noelle. Und auch der Münchener Senior des Jazzklaviers Joe Kienemann bringt in 2 Nummern seine reife Kunst ins Spiel.

Alles in allem: Eine meisterliche CD, für mich die Platte des Jahres 2015.

Claus Regnault
Jazzkritiker der SZ